Hochinteressanter Botanisch-Geologischer Spaziergang der INO


Trotz des sehr wechselhaften Wetters am Donnerstag trafen sich zahlreiche Interessierte am Arboretum. INO-Vorsitzender Olaf Spindeldreher hatte zusammen mit der Klimagruppe Arnsberg die Revierförsterin Petra Trompeter, den Gärtnermeister und Botaniker Johann Eggenhofer sowie den Bodenwissenschaftler Rolf Nieder eingeladen – alle drei Experten auf ihrem Gebiet.

Der Spaziergang startete am Eingang des Arboretums in Oeventrop und führte durch die angelegte Baumsammlung mit sprießender Vegetation.


Revierförsterin Frau Trompeter erklärte, das angelegte Arboretum sei ein Pilotprojekt. Hier erfolgt keine klassische Wiederaufforstung, sondern es wird ein klimastabiler Mischwald auf städtischem Gebiet geschaffen, der der heimischen Bevölkerung zugutekommt. Es handelt sich nicht um ein Naturschutzgebiet. Die Pflanzen werden weitgehend sich selbst überlassen. Pflanzen werden nur dann entfernt, wenn sie die Entwicklung der klimaresistenten, angepflanzten Bäume stören.

Gärtnermeister und Botaniker Johann Eggenhofer betrachtete mit den Teilnehmern die Vielfalt der Vegetation und erläuterte diese. Auch Heil- und Giftpflanzen am Wegesrand waren Thema. Wie man sie erkennen kann, sie richtig erntet und verwendet. Beispiele waren: Birkenblätter – getrocknet als Tee genutzt – sind ein gesundheitsförderndes Heilmittel bei Gicht, Eichenrinde wirkt blutstillend, Wachtelweizen ist ein Schmarotzer auf Gras. Zu entdecken waren auch Beinwell, Beifuß, Jakobskreuzkraut, Pfefferminze, Waldgamander. Herr Eggenhofer zitierte gern Wolf-Dieter Storl, einen deutschamerikanischen Ethnobotaniker und Buchautor, der sich in seinem Schaffen an der Natur orientiert und sich mit Spiritualität, Mythologie und Brauchtum verschiedenster Kulturen beschäftigt. Sein besonderes Interesse gilt dabei den Wäldern und Pflanzen als Nahrungs- und Heilmittel.

Der Bodenwissenschaftler Rolf Nieder lieferte interessante, wissenschaftliche Details zur örtlichen Geologie anhand einer erdgeschichtlichen Zeittafel. Im Arboretum bestimmen Gesteine des Erdaltertums den geologischen Untergrund. An einem vor Ort gegrabenen Bodenprofil erklärte er die Bodenbeschaffenheit mit „tiefgründiger Braunerde in mächtiger schluffhaltiger Fließerde/ skeletthaltiger Fließerde/ angewittertem Sandstein der Arnsberger Schichten“. Ein Versuch mit dem Gestein und etwas Salzsäure zeigte, dass das Gestein vor Ort kalkfrei ist. Der vorliegende Waldboden ist ein relativ guter Wasserspeicher. Im Rahmen des Klimawandels verändert sich die Bodenbeschaffenheit.

Der Wasserhaushalt wird neben der klimatischen Wasserbilanz erheblich von der Wasserspeicherkapazität der Böden bestimmt.

In der Gruppe wurden extreme Verdichtungen und Bodenerosion als Folgen der Schadholzräumung sowie negative Auswirkungen im Zusammenhang mit der derzeitigen Errichtung von Windenergieindustriegebieten im Wald diskutiert.

Nach etwa zwei Stunden hochinteressanter sachkundlicher Informationen und Gesprächen zum Thema bedankten sich die begeisterten Teilnehmer vielmals bei den Experten.